Südkurier, 04.04.2012; Albert-Schweitzer-Schule Villingen-Schwenningen

Neuer Weg zum Erzieherberuf

Wer Erzieher oder Erzieherin werden will, dem bietet die Albert-Schweitzer-Schule in VS-Villingen einen neuen Weg zu diesem Berufsziel an, und zwar als eine von nur zwei Pilotschulen in Südbaden. Zusätzlich zur bestehenden Fachschulausbildung kommt ab dem neuen Schuljahr ein neues Modell ins Bildungsangebot, das mit einer Dualen Ausbildung etwa in einem Betrieb vergleichbar ist: Dort lernen die Azubis bekanntlich im wechselnden Rhythmus von Schulunterricht und Praxiseinsatz – und erhalten auch eine Ausbildungsvergütung. Das wird nun auch für künftige Erzieherinnen und Erzieher möglich sein in der „praxisintegrierten Erzieherinnen- und Erzieherausbildung“. Dieser neue Ausbildungsweg erstreckt sich über drei Jahre.

Jeweils drei Unterrichtstage pro Woche setzen sich die angehenden pädagogischen Fachkräfte in der Fachschule für Sozialpädagogik der Albert-Schweitzer-Schule mit den theoretischen Grundlagen ihres Berufes auseinander. Und in der übrigen Zeit wenden sie das Gelernte ganz praktisch in einer sozialpädagogischen Einrichtung an, in der Regel ein Kindergarten oder eine Kindertagesstätte. Die Auszubildenden schließen mit dem Träger ihrer Einrichtung dazu einen Ausbildungsvertrag ab und erhalten eine Vergütung, die sich an derjenigen für Verwaltungsfachangestellte orientiert. „Auch weiterhin wird die Möglichkeit bestehen, durch die Teilnahme an einem Zusatzprogramm die Fachhochschulreife zu erwerben“, so die Schule. Das Kultusministerium erhoffe sich, dass das Modell den Erzieherberuf für weitere Interessenten attraktiv macht.

Dabei sei die Bezahlung nicht der einzige Vorteil: „Wenn man drei Jahre in der gleichen Einrichtung arbeitet, hat man noch mehr die Möglichkeit, sich im Team einzubringen“, wird Sabrina Schnee zitiert, die sich derzeit im Einjährigen Berufskolleg auf die Ausbildung zur Erzieherin vorbereitet. Auch ihr Mitschüler Moritz Albrecht interessiert sich für die praxisintegrierte Ausbildung und erhofft sich „in den drei Jahren zu den Kindern eine noch intensivere Beziehung aufbauen zu können“. Schulleiterin Barbara Hendricks-Kaiser sieht auch die Einrichtungen als Gewinner: Diese könnten gezielt ihre Azubis auswählen, die ihnen drei Jahre erhalten bleiben und so die dortige Arbeit intensiv kennenlernen können.

Informationen zur praxisintegrierten Erzieherinnen- und Erzieherausbildung und den Aufnahmevoraussetzungen im Schulsekretariat der Albert-Schweitzer-Schule (Tel. 07721/8993-0).
Neue Wege in der Erzieherinnenausbildung

Moritz Albrecht, Franziska Groll, Nico Ribaric,
Natalie Schindler und Sabrina Schnee interessieren
sich für die praxisintegrierte Erzieherinnen- und
Erzieherausbildung, die ab dem kommenden
Schuljahr an der Albert-Schweitzer-Schule
angeboten wird (von links).


Bericht und Fotos: Peter Anders

Unmittelbar nach Veröffentlichung des Artikels wurde bekannt, dass auch die Zinzendorfschulen in Königsfeld die neue Erzieherausbildung anbieten werden. Damit sind es nun schon drei Schulen, die dieses Angebot für das kommende Schuljahr machen. Die entsprechende Meldung können Sie hier lesen.